Schlagworte: Rose
„Die Rose ist ohne Warum.
Sie blühet, weil sie blühet.
Sie achtet nicht ihrer selbst,
fragt nicht, ob man sie siehet.“
Angelus Silesius (Werk: Der cherubinische Wandersmann)
34 Stimmen: ![]()
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Zenpoetin 23.08.2010, 11:08 Uhr
Tja, die Rose ist eine Pflanze und ihr Denkvermögen beschränkt.
Wie sagte schon Jesus Christus?
"Selig sind die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Himmelreich."
Katja 23.08.2010, 11:12 Uhr
Es kommt immer auf die Sichtweise an....
Die Rose steht für Liebe
H. Smidt 23.08.2010, 11:23 Uhr
@Zenpoetin: Wie kommst du darauf, daß 'arm im Geist sein' sich auf beschränktes Denkvermögen bezieht?
Neumann 23.08.2010, 14:01 Uhr
Die "Scheiße" ist auch ohne Warum; sie blühet vielleicht nicht gerade, aber sie achtet auch nicht ihrer selbst und ist bescheiden. Dazu Hans Magnus Enzensberger:
Die Scheisse
Immerzu höre ich von ihr reden
als wäre sie an allem schuld.
Seht nur, wie sanft und bescheiden
sie unter uns Platz nimmt!
Warum besudeln wir denn
ihren guten Namen
und leihen ihn
dem Präsidenten der USA,
den Bullen, dem Krieg
und dem Kapitalismus?
Wie vergänglich sie ist,
und das was wir nach ihr nennen
wie dauerhaft!
Sie, die Nachgiebige,
führen wir auf der Zunge
und meinen die Ausbeuter.
Sie, die wir ausgedrückt haben,
soll nun auch noch ausdrücken
unsere Wut?
Hat sie uns nicht erleichtert?
Von weicher Beschaffenheit
und eigentümlich gewaltlos
ist sie von allen Werken des Menschen
vermutlich das friedlichste.
Was hat sie uns nur getan?
Katja 23.08.2010, 14:29 Uhr
@H. Smidt
wie war das man noch mit dem blauen Elefanten?....lach
H. Smidt 23.08.2010, 15:16 Uhr
@Katja von Blaßblau bis Mitternachtsblau ist alles möglich. - Hauptsache Blau.
Ingrid Z 24.08.2010, 01:29 Uhr
Meine Version:
Das Unkraut ist ohne Warum.
Es blühet, weil es blühet.
Es achtet nicht seiner selbst,
fragt nicht, ob man es siehet.“
ZEN 24.08.2010, 09:02 Uhr
So unterscheiden sich
die Verse eines Magnus von denen eines Angelus.
Der eine wühlt,
der andere betrachtet.
ZEN
Die Ebene der Mystik
wird von der Ebene des Denkens so wenig berührt,
wie der Lotus unberührt bleibt vom Schlamm, aus dem er erwächst.
Neumann 24.08.2010, 17:33 Uhr
Ein Problem, das mir bei den Mystikern auffällt, ist dass sie im Grunde alle davon ausgehen, dass jenseits des Individuationsprinzips (wie Philosophen manchmal sagen)...also die tiefste Verbindung zwischen allen Kreaturen, der allen gemeinsame Antrieb, dass das die Liebe ist. Unten im Reich des Weltantriebs herrscht sowas wie eine liebende Demokratie zwischen allen Dingen. Darauf fielen übrigens die sozialistischen Bewegungen des frühen 20. Jh.s, ebenso die antiautoritären Anarchisten, rein, als sie den neuen Menschen und die neue Gesellschaft herbeirufen und erschaffen wollten.
Diese Liebesvorstellung ist doch aber ein ziemlich menschliches Postulat, in unsren Kreisen sogar der Abklatsch - und feste Wunsch - eines untergegangenen Christentums seit der Aufklärung. Dann gibt es da noch die glatten Gegenparteien, die wie Schopenhauer, Nietzsche und Freud davon ausgehen, dass jenseits aller zivilisierten Ordnung, also jenseits des Individuationsprinzips, ein grausam barbarischer Lebenskern als Ur-Antrieb zu finden ist. Dort wo die Mystiker also die Liebe finden, finden die Verfechter des Unbewussten Mord und Totschlag.
Man setze einen liebenden Mystiker in die Wüste...und schaffe einen hungrigen Löwen herbei. Wird es zu Verbrüderungsszenen kommen?
ZEN 28.08.2010, 12:33 Uhr
Der
Unterschied:
Der Philosoph
beginnt mit einem Problem
und endet mit seinen Überlegungen in Problemen.
Der
Mystiker
hat das "Problem"
an sich einfach fallen gelassen.
ZEN
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