Schlagworte: Liebe
„Wer richtig liebt, der findet sich selbst.
Die Meisten aber lieben, um sich zu verlieren.“
Hermann Hesse (Werk: Demian)
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ich selbst 15.01.2009, 10:31 Uhr
da hat er was schlaues gesagt der h.h. und das gilt heute in den zeiten der eigenliebe und des egoismus wohl mehr noch als zu seiner zeit. jedenfalls ist das auch meine beobachtung. lieben kann wirklich nur der, der in sich selbst ruht.
UK 26.01.2009, 17:04 Uhr
Die Betonung liegt auf "richtig" - deshalb verlieren sich die Meisten ja auch. Als Suchender hat sich Hermann Hesse immer verstanden. In seinen Briefen wird dieses Ringen um das richtige Lieben sehr schön sichtbar. Er fand heraus, daß geliebt zu werden nur ein Anhang, "zu lieben" aber die Erfüllung ist. Die Liebe des Verstandes gegen die Liebe aus dem Herzen einzutauschen.
ich selbst 28.01.2009, 12:13 Uhr
@UK: das ist schön gesagt.
ergänzen möchte noch eines, das vielleicht unpopulär (geworden) ist. eben wegen der suchenden. meine beobachtung und erfahrung ist, daß diese ewig suchenden die liebe selbst kaum finden oder erkennen können, weil sie auf der suche sind - nach sich selbst. und nur nach sich selbst. sie erkennen nicht und finden die liebe nicht - in sich selbst. erst viel später oft wird ihnen klar, was sie sich vergeben haben. meist wenn sie längst mehrere stationen weiter gezogen sind und zurückschauen. rastlos, wie sie sind auf ihrer selbstsuche konnten sie nicht erkennen, und nicht finden, also die liebe, weil sie sie in sich selbst nicht finden konnten. sie suchen immer im außen, was sie im innen nicht finden können.
dies ist, so meine erfahrung, leider sehr verbreitet in der eggenwart. woran das liegt, vielleicht an der ganzen sinnsuche, vielleicht weil auch die gesellchaft als ganzes auf einer art sinnsuche ist, trotz der ganzen technischen weiterentwicklung ist da ein mangel geblieben (oder geworden), der das menschliche, das miteinander betrifft. die "liebe des herzens" ist vielleicht antiquiert geworden. und auf der strecke geblieben angesichts der tausendundeins möglichkeiten in der gegenwart, der flexibilität und verfügbarkeit und austauschbarkeit etc. aber ich denke, trotz allem ist sie in uns selbst eingeschrieben. als eine art ziel und erfüllung.die generationen vor uns, die kannten das noch und haben das auch gelebt. schon weil es kaum anders ging.
UK 03.02.2009, 23:18 Uhr
All das sind die Gedanken und Probleme derer, welche sich in der Liebe nicht gefunden haben.
Sie denken zuviel. Wer sich in der Liebe gefunden hat, wird eins mit der Liebe und e m p f i n d e t
dies. In Demian beschreibt Hermann Hesse diesen Zustand. Er läßt die Mutter von Demian mit Sinclair sprechen. Sie erzählt ihm zwei Märchen/ Metaphern in denen Sie Unterschiede zwischen der wahrhaftigen und der egozentrischen Form der Liebe beschreibt. Der wahrhaftig Liebende verändert mit seinen Gedanken die Welt: seine Welt! Wie das geht? Ganz einfach: Der Verstand darf nur Werkzeug des Herzens sein.
Dann geht alles wie von selbst.
Woody 04.02.2009, 00:10 Uhr
Ich las "Demian" vor ca. 20 Jahren. Schön habt ihr euch ausgedrückt heute...
ich selbst 04.02.2009, 10:26 Uhr
komisch, ich habe dieser tage wieder mal den "demian" vom hesse aus dem bücherregal genommen. irgendwie werde ich die tage immer wieder darauf gestoßen. dieses buch hat mich in meiner jugend, wo man so leicht beeinflußbar ist, einmal sehr beeinflußt. ich stehe dem heute ambivalent gegenüber, halte das nicht ausschließlich für einen guten einfluß, vielleicht auch viel falsch verstanden damals. ich bin gespannt, was mir das buch heute, als erwachsene sagen wird. manche bücher muß man mehrfach lesen. dies buch ist in jedem falle eines von denen.
ach, nicht daß ichs es vergesse: danke noch mal für die worte, UK!
UK 09.02.2009, 22:01 Uhr
Die Bücher von Hermann Hesse haben alle ihre Zeit.
Demian, Narziß & Goldmund, usw. - die liest man mit 12-14- oder 16 Jahren am intensivsten.
Den Steppenwolf frühestens mit 30 Jahren, wenn die ersten tiefen "ent-Täuschungen" des Lebens durchlebt sind. Und manche dieser Bücher liest man mit den Jahren auch immer wieder. So geht es mir persönlich bis heute. Doch jedesmal ist es mir wieder ein ganz besonderer Genuß, wie eine exquisite Flasche Rotwein, dieses köstliche Gedankengut dieses liebenswerten Mannes lesen zu dürfen. Sie sind alle ausnahmslos gut und mit warmem Herzen geschrieben. Einen besseren Einfluß auf mein Leben hätte ich mir nicht vorstellen können. Wußten Sie, daß Hesse vor dem 2.Weltkrieg 1000 Briefe pro Jahr nach Deutschland an bekannte Persönlichkeiten sandte, um diese damit zu mahnen, ihren Einfluß gegen die Kriegstreiberei in Deutschland geltend zu machen. Was für ein Menschsein sich da zeigt!
Heute lese ich von Hesse bevorzugt seine Briefwechsel, die eine Lebensnähe zur aktuellen Welt besitzen, daß es teilweise fast unheimlich ist. Wieder stehen wir Menschen in der Gefahr uns uniformieren zu lassen - diesmal mit dem Gewand des Materialismus.
Wieder sind wir dabei alles menschliche, würdevolle und liebenswerte zu verspielen.
Die Freiheit des Geistes dem Diktat der Materie zu opfern, ist usus geworden.
Wo sind die "Glasperlenspieler" dieser Welt, die von ihren Erkenntnisse erzählen und diese erklären - Vorbildfunktionen im Geistigen übernehmen?
Auf weiter Flur ist nichts zu sehen.
Nur Menschen mit heißem Hirn und kaltem Herzen spielen im Vordergrund der Weltbühne.
Farina 09.04.2009, 21:17 Uhr
Ein sehr schönes Zitat!
Manfred 10.04.2009, 00:18 Uhr
"Der Steppenwolf" las ich als ich noch knapp 30 wurde, also richtiges Timing. Für die Bewältigung meiner damaligen Lebenskrise half es mir nur etwas. Vage erinnere ich mich an den Buchdetails. Wunderbar, hier auf der Site mehr darüber zu erfahren. Danke sehr euch allen.
Ein Trost sind meine noch vorhandenen Bücher auf meinem Regal. Irgendwann mal...
Siebenkäs 14.07.2010, 22:17 Uhr
Dann gibt es noch die, die lieben und dadurch alles verlieren.
Max 20.09.2011, 22:44 Uhr
Seit ich Demian gelesen habe (im Alter von 15) habe ich versucht alle anderen Bücher von Hesse zu lesen. So kam es dass ich mit 16 den Steppenwolf las. Möglicherweise habe ich deswegen einiges missverstanden, aber diese innere Zerrissenheit, das Wölfische und Menschliche, haben mich zutiefst fasziniert.
Zurück zum Zitat.
Kann es nicht auch bedeuten, dass man nicht nur "zu" sich selbst findet, sondern auch "sich" selbst in der geliebten Person wiederfindet?
In Demian beschrieb Sinclair doch irgendwie, dass er gewisse Dinge an jemandem hasst und gleichzeitig merkte er, dass er selbst genau diese Dinge macht. Vielleicht geht es ja auch mit lieben?
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