Schlagworte: Charakter, Widerstand
„Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!“
163 Stimmen: ![]()
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Petra 14.05.2007, 19:25 Uhr
Ja! ;)
Bene 05.09.2007, 20:51 Uhr
Wie man heutzutage sieht, kann jeder Dummkopf laut sagen und "einfach dagegen sein".
Das Können liegt darin eine realisierbare Alternative aufzuzeigen.
Anarchisterix 13.01.2008, 18:02 Uhr
Kurt Tucholsky meint eine Situation, in der es Charakter erfordert(e), "Nein!" zu sagen, nämlich den "offenen Gegensatz zu seiner Zeit", denn zu seiner Zeit war es lebensgefährlich, laut "Nein!" zu sagen, und auch heute ist es in manchen Gegenden Deutschlands wieder soweit.
K 18.05.2008, 01:32 Uhr
Ich sage “Nein” zum Fleischkonsum, schon seit einigen Jahren. Es wird inzwischen mehr oder weniger akzeptiert. Respektiert wird es nicht. Immer wieder gibt es Sticheleien, vor allem in der Familie. In meinem Verwandten- und Bekanntenkreis bin ich so ziemlich die einstigste die kein Fleisch isst, darum gibt es auch niemanden der mir da über hilft. Ich war auch mal kurz davor wieder Fleisch zu essen. Ich war es leid mich immer und immer wieder zu verteidigen und zu erklären, warum ich kein Fleisch esse. Irgendwann hatte ich keine Argumente mehr und hab überlegt, ob ich nicht vielleicht doch wieder Fleisch essen sollte.
Ingrid Z 18.05.2008, 15:28 Uhr
@ K: Nein, bleib standhaft! Du musst überhaupt nicht argumentieren, warum du dies oder jenes tust oder nicht. Ich selbst esse Fleisch, aber mir käme nicht in den Sinn, von jemand Argumente zu fordern, warum er es nicht tut. Dann gibt es eben gemischtes Essen, mit und ohne Fleisch. -
Werde das auch demnächst wieder praktizieren, wenn meine Tochter hier einige Zeit mit Mann und Sohn bei uns wohnt. Nur sie isst fleischlos.
Muttzier 18.05.2008, 15:37 Uhr
Ich finde es auch unerträglich, wenn man sein Nein rechtfertigen soll, es argumentieren usw. Nein, das tue ich nicht, basta! Und meine Mitwelt hat sich mittlerweile daran gewöhnt.
@ K: Halte dich an Adenauers Ausspruch: "Ich bin wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich!"
Albert 18.05.2008, 17:44 Uhr
Es kommt immer darauf an, wozu man "NEIN" sagt!
Fleischlos zu leben ist eine privatsache und kein Verdienst, nichts besonderes.
Sich in einem aktuellen Thema auf die Seite der Minderheit der "Nein-Sager" zu stellen, bedarf mit Sicherheit mehr Mut. Ich erinnere hier an eine SPD Abgeordnete im Hessischen Landtag, die Frau Ypsilanti die Stimme verweigerte. Das verdient Hochachtung und Mut und derartiges Tun meinte auch Tucholsky.
"Nein, das tue ich nicht, basta!" halte ich für nicht nachahmenswert und hat Tucholsky mit Sicerheit nicht gemeint.
K 18.05.2008, 20:27 Uhr
Niemand hat gesagt, dass es was besonderes ist, kein Fleisch zu essen. Es ging darum, dass es schwer ist bei seinem NEIN zu Fleisch zu bleiben, vor allem wenn andere ständig versuchen einen deswegen aufzuziehen und sich mehr oder weniger darüber lustig machen. Vielleicht hast du aber Recht, vielleicht meinte Tucholsky auch nicht dieses NEIN. Ich weiß nun nicht worum es im Hessischen Landtag ging und ehrlich gesagt interessiert es mich auch nicht. Ich vermute mal, das die eine Person etwas tut, getan hat, vor hat oder eine Meinung vertritt, die der anderen Person nicht passt. Wenn das so ist und die andere Person ihr deswegen die Stimme verweigerte würde mich das jetzt nicht unbedingt vom Hocker reißen. Ich finde, das man Menschen die etwas tun, was einem nicht passt, sowieso auf gar keinen Fall unterstützen sollte, wenn man es lassen kann. Ich würde beispielsweise auch nie etwas bei einem Metzger kaufen. Fleisch sowieso nicht, aber auch kein trockenes Brötchen oder so. Ich möchte diese Leute nicht unterstützen. Das würde ich aber tun, wenn ich bei ihnen einkaufen würde.
Es gibt viel wofür Menschen Hochachtung verdienen. Aber nur weil man jemanden die Unterstützung bzw die Stimme verweigert, weil man mit dem, was dieser jemand tut, nicht einverstanden ist, verdient das meiner Meinung nach noch lange keine Hochachtung.
Was ich bewundernswert finde, ist, wenn jemand einen der sich für was besseres hält, in Grund und Boden diskutieren kann.
PS. Dank an Ingrid Z und Muttzier.
pfu 18.05.2008, 22:51 Uhr
Ich finde es wichtig, Argumente für ein "Nein" anbringen zu können. Natürlich ist es Jedemanns Recht, eine Meinung zu vertreten, ohne sich rechtfertigen zu müssen. Es macht das soziale Leben aber sehr viel leichter, wenn man einander seine Ansichten erklärt. Und nur dann, wenn ich meine Meinung auch begründen kann, darf ich darauf hoffen, dass der andere sie akzeptiert und respektiert.
Albert 19.05.2008, 07:55 Uhr
Gut geschrieben "pfu". ich kann dem nur zustimmen.
Muttzier 19.05.2008, 11:58 Uhr
@ pfu: Kann dem auch nur zustimmen, doch in den meisten Fällen ist es doch so, dass selbst begründete Meinungen, Ansichtserklärungen oftmals nicht akzeptiert und respektiert werden. Und dieses Problem scheint bei K aufzutreten.
rougenoir 12.07.2008, 16:12 Uhr
Meiner Meinung nach sind es nicht nur die "großen" Dinge, zu denen man "Nein" (oder aber auch "Ja", wenn alle anderen "Nein" sagen) sagt, die Charakter von einem Menschen verlangen. Es sind eben diese kleinen Dinge, die man selbst im Alltag verändern kann, die am Ende eben "Großes" ergeben. Verglichen mit der Zeit, in der Tucholsky diese Aussage machte, war es sicherlich schwerer und gefährlicher zu manchen Dingen "Nein" zu sagen, aber auf einer anderen Ebene ist es heutzutage auch nicht einfach seine eigene Meinung zu vertreten.
renette 16.03.2009, 11:29 Uhr
@rougenoir: da hast du aber etwas sehr wichtiges erfaßt. ich denke auch, daß es sehr wichtig ist, im kleinen seine auffassung zuvertreten und auch damit einfluß auf seine umgebung zu nehmen.
zumal die herrschende auffassung heute ja die des individualismus ist. und damit jede/r glaubt, daß er oder sie glaubt, tun und lassen zu können, was er oder sie will, ohne auf irgendetwas oder irgendwen rücksicht zu nehmen.
sich DEM entgegenzustellen und zu sagen: NEIN, wir müssen auch AUFEINANDER achten, nicht nur jeder auf sich selbst. es geht nicht nur um selbstverwirklichung, sondern auch darum, uns EINANDER das leben nicht so schwer zu machen. das ist heute auch gar nicht so einfach. aber ich halte es für ganz essentiell heutzutage. unsere lebensauffassungen sind selbstgerecht, eitel, egozentrisch und beinahe narzißtisch, in jedem falle unreif geworden. der ewige teenager ist das ideal. ja nicht erwachsen werden wollen. und DAS finde ich unerträglich. (ausnahmen bestätigen übrigens die regel. ich kenne auch sich erwachsen verhaltende menschen, gott sei dank)
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